Versicherung wechseln: Sonderkündigungsrechte und mehr

Die normale Wechselsaison für die Kfz-Versicherung ist im Herbst eines jeden Jahres. Die Kündigung muss beim Versicherer bis zum 30. November eingegangen sein, damit zum 1. Januar des Folgejahres die neue Versicherung wirksam werden kann. Dieses Sparpotenzial nutzen jährlich viele Millionen deutscher Autofahrer.

Weitgehend unbekannt ist aber die Tatsache, dass man auch während der laufenden Vertragszeit unter bestimmten Umständen die Versicherung wechseln kann. Da der Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern sehr hoch ist, kann ein Wechsel häufig zu einer Ersparnis von mehreren Hundert Euro im Jahr führen. Ein Vergleich der Anbieter ist also zu jeder Zeit im Jahr sinnvoll.

Wann aber hat ein Autofahrer das Recht, die Versicherung zu wechseln, auch wenn der Vertrag noch bis zum Jahresende läuft?

Grundsätzlich kann immer gewechselt werden, wenn das Fahrzeug durch ein anderes ersetzt wird. Hier genügt es, der bestehenden Kfz-Versicherung eine Ab- oder Ummeldebescheinigung der Zulassungsstelle zuzusenden, um den Vertrag unverzüglich zu beenden.

Ein Sonderkündigungsrecht mit der Möglichkeit, die Versicherung zu wechseln, besteht auch immer dann, wenn es zu einer Schadenmeldung kommt. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Die Möglichkeit, den Vertrag vorzeitig zu beenden, haben Autofahrer nur dann, wenn es sich um einen regulierungspflichtigen Schaden handelt. Das bedeutet, die Versicherung muss eine Leistung im Schadenfall erbringen. Liegt diese Voraussetzung vor, kann man innerhalb einer Kündigungsfrist von normalerweise vier Wochen den Versicherungsvertrag kündigen und die Versicherung wechseln.

Es kann also unter Umständen sinnvoll sein, auch Bagatellschäden, die innerhalb der Selbstbeteiligungsgrenzen liegen, zu melden, weil sie das Sonderkündigungsrecht auslösen. Da seit 2008 die Versicherungen verpflichtet sind, Verträge laufzeitgenau abzurechnen, bekommt der Versicherte bei einer Kündigung zu viel bezahlte Prämien erstattet.

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