Kfz-Versicherungen – Big Brother is watching you?

Wir werden ständig überwacht: Überall sind Überwachungskameras, unser Einkaufsverhalten wird über Rabattkarten und Co registriert, die Suchmaschinen im Internet kennen uns vielleicht besser als wir uns selbst und Twitter, Facebook und so weiter tragen das ihre zum Projekt “gläserner Mensch” bei. Kfz-Versicherer in den USA gehen dabei sogar noch einen Schritt weiter und möchten den “gläsernen Versicherten” schaffen.

Eine Art Blackbox im PKW zeichnet das Fahrverhalten des Versicherungsnehmers auf, registriert und versendet via Handynetz im Sekundentakt Informationen zu Geschwindigkeitsübertretungen, abruptem Bremsen oder hektischen Lenkbewegungen des Fahrers. Anhand des Fahrverhaltens des Versicherungsnehmers wird dann die jeweilige Kfz-Versicherungsprämie berechnet. Vorsichtige Autofahrer in den USA sollen so bis zu 50% Rabatt bei ihrer Kfz-Versicherung bekommen.

Der US-Versicherungskonzern AIG in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone – das Handelsblatt berichtete – kündigte an, das bereits in drei Monaten solche Kfz-Versicherungsmodelle auch in einigen europäischen Ländern eingeführt werden sollen. Deutschland gehört allerdings vorerst einmal nicht zu diesen Ländern.

Britische Versicherer haben mit Studien herausgefunden, dass durch den Einsatz von Fahrerverhalten überwachender Technik, die Ausgaben für die Schadensregulierung um bis zu 30% gesenkt werden könnten. Wenn der Fahrer weiß, dass ihm zu jeder Zeit über die Schulter geschaut wird, fährt er automatisch umsichtiger und verursacht weniger Unfälle.

Weniger Unfälle, deutliche Rabatte bei den Versicherungsprämien, weniger Kosten für die Versicherungen? Das hört sich doch gut an! Allerdings warnen Datenschützer und der Bund der Versicherten vor allzu viel Euphorie. Ein derartiges Versicherungs-Modell kann zu Datenschutzproblemen führen und muss auf jeden Fall noch genauer überprüft werden.

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