Das ist die Konsequenz: Versicherungsbetrug schadet der Versichertengemeinschaft

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Nicht nur die Versicherungsgesellschaften erleiden Schäden in beträchtlicher Höhe durch Betrugsversuche, auch die Versichertengemeinschaft ist betroffen. Je höher die Schadenquote ausfällt – und das gilt natürlich auch für die Kfz-Versicherung – umso mehr Beiträge müssen bezahlt werden. Fehlendes Unrechtbewusstsein und auch eine veränderte gesellschaftliche Moralvorstellung führen dazu, dass immer mehr Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen oder sozialer Stellung, versuchen, die Versicherungen zu betrügen und daraus Kapital zu schlagen.

Was man früher gemeinhin als Kavaliersdelikt bezeichnet hat, hat für den Verursacher eine harte Konsequenz. Versicherungsbetrug ist ein Straftatbestand, der mit empfindlichen Strafen belegt werden kann. Überführte Versicherungsbetrüger müssen nicht nur mit finanziellen Konsequenzen rechnen, ihnen droht unter Umständen sogar eine mehrjährige Haftstrafe wegen Betrugs. Außerdem riskieren sie natürlich den Versicherungsschutz, weil die Gesellschaften berechtigt sind, die entsprechenden Verträge fristlos zu kündigen.

Besonders bei der Autoversicherung führt das zu erheblichen Problemen. Die Kündigung der Pflichtversicherung hat nämlich eine weitere Konsequenz. Versicherungsbetrug führt hier nicht nur zur Leistungsverweigerung, sondern auch zur sofortigen Stilllegung von Amts wegen. Ein nicht versichertes Auto darf im Straßenverkehr nicht bewegt werden. Ist dem Versicherungsnehmer der Versicherungsbetrug nachgewiesen worden, wird er darüber hinaus große Schwierigkeiten haben, eine neue Autoversicherung abzuschließen.

Auch die Versicherer haben sich seit einigen Jahren dazu entschlossen, härter gegen Versicherungsbetrüger vorzugehen. Die Mitarbeiter in den Schadenabteilungen sind sensibilisiert worden dafür, mögliche Betrugsversuche besser zu erkennen. In besonderen Schulungen werden die Sachbearbeiter darauf vorbereitet, zu erkennen, ob der geschilderte Schaden so tatsächlich stattgefunden haben kann. Auch die Echtheit von Kaufquittungen kann inzwischen technisch geprüft werden. Bisher fehlt in der deutschen Versicherungswirtschaft aber eine wichtige Konsequenz. Versicherungsbetrug wird noch nicht in einer “schwarzen Liste” erfasst.

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